Die private Krankenversicherung

In Deutschland muss jeder Bürger krankenversichert sein. Dabei besteht die Möglichkeit, sich gesetzlich zu versichern oder privat. Die gesetzliche Versicherung erfolgt automatisch für alle Arbeitnehmer. Die private Krankenversicherung hingegen steht nur Personengruppen zur Verfügung die versicherungsfrei sind, darunter Selbstständige, Freiberufler, Beamte und Arbeitnehmer, deren Einkommen die Beitragsbemessungsgrenze für die private Krankenversicherung übersteigt.
Inzwischen sind in Deutschland knapp 9 Millionen Menschen bei einer der 43 Versicherer privat versichert. Unterschieden wird bei der privaten Krankenversicherung grundsätzlich in drei verschiedene Varianten: Die Vollversicherung, die Teilversicherung und die Zusatzversicherung. Die Vollversicherung steht oben genannten Personengruppen offen. Sie deckt sämtliche Krankheitskosten ab, die jeweiligen Tarife können individuell vereinbart werden. Die Teilversicherung dagegen deckt nur einen Teil der Krankheitskosten ab und eignet sich besonders für Beamte, die einen Beihilfeanspruch seitens ihres Dienstherrn haben. Die Zusatzversicherung wiederum deckt einzelne Teilbereiche ab und kann zusätzlich zur bestehenden gesetzlichen Krankenversicherung abgeschlossen werden. Sie steht somit jedermann offen.





Beitragsberechnung in der privaten Krankenversicherung

Die Beiträge in der privaten Krankenversicherung werden unabhängig vom Einkommen des Versicherten berechnet, damit zeigt sich auch der große Unterschied zur gesetzlichen Krankenversicherung. In letzterer wird immer ein prozentualer Anteil des Einkommens des Versicherten als Beitrag berechnet. Ihr zu leistender PKV-Beitrag wird immer individuell für Sie berechnet und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Berechnung erfolgt nach dem sogenannten Äquivalenzprinzip. Es wird hierbei ein Kollektiv betrachtet, welches zu Beginn des Eintritts in die private Krankenversicherung gleichaltrig ist. Des Weiteren, fließen Leistungsumfang, Alter und Gesundheitszustand mit in die Berechnung ein. Falls sich Ihr Gesundheitszustand im Laufe der Jahre verschlechtert hat dies keinen Einfluss auf Ihren zu leistenden Beitrag.
Auch für weitere Familienangehörige werden individuelle Beiträge errechnet. Für Kinder sind die Beiträge zwar um einiges günstiger, beitragsfrei können sie jedoch nicht mitversichert werden. Dies ist nur in der privaten Pflegepflichtversicherung möglich.

Muss die private Krankenversicherung mich aufnehmen?

Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung hat die private Krankenversicherung das Recht, Antragsteller abzuweisen. Allerdings ist dies seit einiger Zeit nur noch bedingt möglich, wenn die Versicherten nämlich keine Chance haben, eine gesetzliche Krankenversicherung abzuschließen, muss die private Krankenversicherung sie im so genannten Basistarif aufnehmen. Dieser ist mit besonders niedrigen Beiträgen versehen, beinhaltet aber auch nur die Leistungen, die auch in der gesetzlichen Krankenversicherung auftreten.
Ebenfalls kann es bei bestehenden Vorerkrankungen zu Risikoausschlüssen oder Risikozuschlägen kommen. Unter ersterem versteht man, dass Kosten für eine Erkrankung, die schon vor dem Abschluss der privaten Krankenversicherung bestand, nicht übernommen werden. Ein Risikozuschlag meint dagegen nichts anderes, als dass ein höherer Beitrag berechnet werden kann, um zusätzlich entstehende Krankheitskosten auszugleichen. Ein Risikozuschlag kann schon bei einer sehr kleinen Vorerkrankung verlangt werden. Einzig Neugeborene, deren Eltern seit wenigstens drei Monaten eine private Krankenvollversicherung haben, müssen automatisch ohne Risikozuschläge oder -ausschlüsse versichert werden, und zwar unabhängig von ihrem Gesundheitszustand.

Leistungen in der privaten Krankenversicherung

Bekannt wurde die private Krankenversicherung vor allem durch die besonders guten Leistungen, die deutlich umfangreicher, als diejenigen in der gesetzlichen Krankenversicherung ausfallen. So werden Kosten für die Zahnbehandlung fast immer vollständig übernommen, der Zahnersatz kann je nach Tarif prozentual oder auch vollständig getragen werden. Hier sollten künftige Privatpatienten jedoch darauf achten, welche Regelungen innerhalb der ersten Jahre der Versicherung gelten, denn häufig muss man hier Abstriche machen. Das heißt, dass während der ersten Jahre nach Vertragsabschluss geringere Leistungen für den Zahnersatz übernommen werden.
Gleiches gilt bei der Erstattung für die Kosten einer Sehhilfe. Zwar werden regelmäßig alle zwei Jahre die Kosten für eine Brille übernommen, zumindest ist dies bei den meisten Tarifen der Fall, doch kann es auch hier zu einem Ausschluss oder einer Verringerung der Leistung innerhalb der ersten Jahre nach Vertragsabschluss kommen.
Nahezu jede private Krankenversicherung bietet verschiedene Tarife an, bei denen unterschiedliche Bausteine nach den individuellen Anforderungen und Wünschen zusammengestellt werden können. Dadurch lässt sich selbst bestimmen, ob etwa die stationäre Behandlung kostentechnisch vollständig oder nur anteilig übernommen wird, wie hoch eine Selbstbeteiligung ausfällt, ob Krankentagegeld vereinbart wird und ab wann bzw. in welcher Höhe, ob eine Chefarztbehandlung und eine Unterbringung im Einzelzimmer gewünscht wird und vieles mehr. Allerdings: Je umfangreicher die Leistungen, desto höher wird automatisch auch der Beitrag für die private Krankenversicherung ausfallen.

Welche Vorteile hat die private Krankenversicherung?

Wenn Sie Mitglied in einer privaten Krankenversicherung sind, können Sie von vielen Vorteilen profitieren. Den ersten großen Vorteil den eine Privatversicherung bietet ist die Leistungsgarantie. Dies bedeutet, dass die enthaltenen Leistungen Ihres PKV-Tarifs garantiert erhalten bleiben (dies gilt jedoch nicht für Basis- und Standardtarife). Sie haben als Mitglied in einer privaten Krankenkasse insgesamt einen besseren Status bei Ärzten. Sie bekommen einen früheren Termin oder bekommen eine Behandlung die von der GKV nicht übernommen werden würde. Nicht selten haben Ärzte auch eine eigene Telefonnummer für privat versicherte Patienten. Ein weiterer Vorteil ist außerdem, dass die Leistungen individuell auf den Versicherten angepasst werden können. Leistungen die optional wählbar sind, sind beispielsweise:
 

  • Chefarztbehandlungen
  • Einzelzimmer im Krankenhaus
  • Zahnersatzleistungen
  • alternative Heilmethoden

 
 
Ebenso ist die „Altersrückstellung“ ein Vorteil, den viele nutzen. Das Ziel ist es sich schon frühzeitig eine Art „Polster“ zu schaffen, damit auch im Rentenalter die Versicherungsbeiträge bezahlbar bleiben. Um dies zu ermöglichen werden in jungen Jahren Beitragsanteile verzinst, die dann später zur Beitragsentlastung führen.
 

Welche Nachteile hat die private Krankenversicherung?

Als Privatpatient müssen Sie immer erst in Vorleistung gehen. Rechnungen die Sie von Ärzten, etc. erhalten müssen Sie zunächst selbst bezahlen. Wenn Sie eine Mitgliedschaft in einer privaten Versicherung beantragen wird Ihr aktueller Gesundheitszustand überprüft. Wenn Sie bereits einige Vorerkrankungen haben wird Ihr Beitrag dementsprechend höher ausfallen. Als weiterer Nachteil kann außerdem genannt werden, dass es nicht möglich ist, Familienmitglieder beitragsfrei mitzuversichern. Für jeden Versicherten wird ein individueller Beitrag errechnet.
 

  • Vorleistung
  • Überprüfung des Gesundheitszustands
  • Familienmitglieder können nicht
    beitragsfrei mitversichert werden

 

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