Zu hohe Provisionen in der PKV?

Neukunden in der privaten Krankenversicherung bringen vor allem den Vermittlern so einiges. Denn sie erhalten Provisionen von 14 bis 18 Monatsbeiträgen für jeden Neuabschluss in der PKV. Dadurch, so die privaten Krankenversicherer, werde jedoch eine bestmögliche Kundenberatung und -betreuung gefördert.

Die Regierung sieht es indes anders und will die Provisionen für das Neugeschäft in der PKV nach oben hin deckeln. Denn leider gibt es in der Praxis auch viele Vermittler, für die an erster Stelle die Provision und erst anschließend der Patient steht.

Möglichkeiten der Regierung

Die Regierung prüft nun, ob Provisionen bis zu 5.600 Euro für einen einzigen Vertragsabschluss tatsächlich sinnvoll sind. Angedacht ist eine Kürzung der Provisionen auf neun bis zwölf Monatsbeiträge, die dann immer noch ausreichend hoch wären.

Ein weiteres Problem: Werden die Beiträge im PKV-Tarif des Versicherten erhöht, steht der Versicherungsvermittler oft kurze Zeit später vor der Tür. Er drängt den Versicherten nicht selten dazu, die bestehende private Krankenversicherung zu kündigen und einen neuen, scheinbar günstigeren Vertrag abzuschließen. Für diesen fallen dann erneut Provisionen an. Hier könnte die Regierung ansetzen, indem die volle Provision nur dann ausgezahlt wird, wenn der Versicherte mindestens fünf Jahre, statt wie bisher zwei Jahre im Vertrag bleiben muss. Bei vorzeitiger Vertragsbeendigung müssten die Provisionen dann anteilig zurück gezahlt werden.

Entlastungen zugunsten der Versicherten

Kann die Regierung diese Vorhaben tatsächlich umsetzen, so ergäben sich daraus nicht unerhebliche Entlastungen für die Versicherten. Denn mit ihren Beiträgen müssen sie die teils völlig überzogenen Provisionen schließlich mit finanzieren.  Ob sich eine Neuregelung jedoch dahingehend auswirken kann, dass die aktuellen Beiträge gesenkt werden, darf durchaus bezweifelt werden. Denn für die derzeitig bestehenden privaten Krankenversicherungen galten ja noch die alten Regelungen, so dass hier kaum eine Antastbarkeit der Provisionsregelungen gegeben sein dürfte. Ebenfalls ist fraglich, wann und ob die Regierung ihre Vorhaben in die Tat umsetzen kann, so dass Versicherte weiterhin erst einmal mit den bestehenden Regelungen leben müssen.


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